Hier lest ihr, wie es anfing (Teil 1) und hier jetzt, wie die Geschichte weitergeht.
Schritt 3 sollte uns näher an unser Ziel bringen: einen stressfreien Umzug ins neue Haus. Immer noch sind 3 Alternativen im Rennen:
a) eine große Vermittlungsplattform (movinga.de)
b) ein kleines regionales Unternehmen, welches ich über Kleinanzeigen gefunden habe und
c) ein Umzugsriese (confern).
a) schickt tatsächlich nach 3 Tagen ein umfangreiches Angebot mit allem Drum und Dran: Packlisten, AGB, Zahlungsmodalitäten etc.. Das Angebot klingt tatsächlich gut, seriös wirkt das Unternehmen auch. Ein guter Zeitpunkt, um mal etwas zu recherchieren. Hinter movinga.de steht ein Berliner Dienstleister, der ein Callcenter betreibt. Zudem übernimmt der Dienstleister die Vertragsabwicklung und das Forderungsmanagement für ein ganzes Netzwerk aus einzelnen (Umzugs-) Unternehmen. Wenn ein Kunde mit Auftrag droht (d.h. ein Angebot anfordert), werden die Eckdaten auf einer Partnerplattform veröffentlicht und die Unternehmen können sich um den Auftrag bewerben. Der günstigste Preis gewinnt. Gegenüber dem umziehenden Kunden bleibt aber geheim, welches Unternehmen den Umzug durchführen wird - es ist also eine Überraschung, wer am Umzugstag dann vor der Tür steht (oder auch nicht). Das führt zwangsläufig auch zu dem Nachteil, dass man keinen Ansprechpartner beim durchführenden Unternehmen hat und auch nicht bekommt. Kommt es also zu irgendwelchen Problemen, sei es, dass der LKW im Stau steht, einen Unfall hat oder überhaupt nicht kommt, weil Leute ausgefallen sind, ist man auf die Hotline in Berlin angewiesen. Inwiefern man dem Braten traut, muss jeder für sich entscheiden. Im Netz gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte die zusammengefasst aussagen, dass wenn alles glatt läuft, der Subunternehmer pünktlich ist und einen Wagen mit ausreichend Ladefläche mitgebracht hat, die Abwicklung über movinga eine tolle Sache ist. Wehe, wenn in der Kette irgend etwas nicht läuft wie am Schnürchen. Das bringt mich schon zum Überlegen. Ich erbitte bei dem sehr schnell und häufig telefonisch nachfassenden Mitarbeiter eine Verlängerung der sehr knapp bemessenen Annahmefrist (2 Tage!). Und noch einmal, und noch einmal. Dann bekomme ich schon weitere 10% Nachlass angeboten. Und noch einmal - ich will mich nicht drängen lassen, schließlich sind es noch einige Wochen Zeit. Die Anrufe im 2-Tages-Takt empfinde ich inzwischen als aufdringlich und unangenehm.
b) Hier kommt tatsächlich nach 2 Tagen - an einem Sonntag - noch ein Angebot per Email. Zum Auftragsgegenstand wird die What's App-Kommunikation und die dort dokumentierten Bilder erklärt. Keine AGB, keine weiteren Bedingungen oder Informationen. Das ist für mich Anlass genug, noch einmal nachzuhaken. Die Kommunikation verläuft sehr freundlich. Die Zahlung per Überweisung, 50% nach der Durchführung des Umzugs nach Rechnungsstellung ist kein Problem, die für Umzugsunternehmen üblichen Versicheurngen existieren, die weiteren Fragen werden auch zufriedenstellend beantwortet. Der Preis liegt in derselben Preisklasse wie der anonyme Auftragnehmer bei movinga. Das Unternehmen bleibt weiter im Rennen.
c) Die Mitarbeiterin steht pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt vor der Tür und lässt sich jeden Raum und jede Ecke zeigen. Alles wird in einer Liste dokumentiert und das Frachtvolumen noch vor Ort ausgerechnet. Besonders interessant: das errechnete Volumen beträgt nahezu 50% unseres derzeitigen Haus-Volumens. Dabei sei angemerkt, dass wir keine Messis sind, man alle Räume noch durchqueren kann, auch ohne an Gegenstände zu stoßen und auch Schränke oder Regale bei uns eher spärlich gesät sind. Zu dem Zeitpunkt liegen bereits 2 Angebote vor, mit denen ich die Dame konfrontiere in Bezug auf das errechnete Frachtvolumen. Nein, ihre Berechnung sei solide und gründe auf viele Jahre Erfahrung. Jedes Unternehmen, dass anders plane, würde mir später einen Teil der Möbel einfach stehen lassen oder saftige Nachforderungen erheben. Die seien ja ohnehin alle unseriös. Das Angebot liegt dann, wie aufgrund der errechneten Kubikmeter erwartet, auch ein Vielfaches über A und B. C schießt sich damit selbst aus dem Rennen.
Die Auftragsbestätigung geht an B, jetzt geht es langsam ans Einpacken.
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Mittwoch, 21. November 2018
Montag, 19. November 2018
Das richtige Umzugsunternehmen
zu finden ist viel schwerer, als ich gedacht hätte. Aber es hat durchaus auch amüsante Seiten. Vorab: Ich bin schon sehr oft umgezogen, hauptsächlich jedoch alleine (während des Studiums und danach) oder maximal zu dritt. Inzwischen lebe ich aber nicht mehr alleine auf 20qm, sondern wir sind inzwischen zu fünft und bewohnen im Moment ein Haus mit 165qm, Nebengebäude und großem Garten. Selbst den letzten Umzug vor 11 Jahren haben wir noch in Eigenregie geplant und durchgeführt: viele liebe Freunde und Bekannte haben damals geholfen, die vielen Kisten zu schleppen, zu verladen etc.
Das können und wollen wir heute niemandem mehr antun - ja, wir sind langsam in einem Alter, wo man auch mal "Rücken" hat - wie der Badener so schön sagt. Also soll ein professionelles Umzugsunternehmen her. Doch das stellt sich als einfacher gesagt als getan heraus.
Schritt 1:
a) Ich frage Dr. Google. Der schlägt mir diverse Vermittlungsplattformen vor. Ok, kann man ja mal ausprobieren - klick.
b) parallel starte ich eine Suche bei ebay-Kleinanzeigen - sowohl am Start- wie auch am Zielort. Das ergibt einige mehr oder weniger aussagekräftige Ergebnisse. Eine nette Nachricht mit den gröbsten Eckdaten ist schnell geschrieben - mal abwarten, was an Antworten kommt.
c) Natürlich dürfen auch die Branchenriesen nicht fehlen (wobei ich zu dem Zeitpunkt noch davon ausgehe, dass diese über die Vermittlungsportale mit abgedeckt werden, ähnlich wie bei anderen Vergleichsportalen wie verivox o.ä.). Auch hier geht meine Nachricht per Email raus.
Schritt 2:
a) Ich lande bei Movinga.de - nach eigenen Aussagen "mehr als nur ein Umzug" und mit über 20.000 durchgeführten Umzügen ein großer Player. Als erstes soll ich bitte alle Möbelstücke erfassen bzw. aus einer Liste auswählen, dann noch die genaue Anzahl der Kartons angeben. Uff - ich bin erstmal platt und breche nach der ersten Eingabemaske mit Start- und Zieladresse ab. Wie soll man denn bitte 3 Monate vor dem Umzug die genaue Anzahl an Kartons wissen oder auch nur schätzen? Kurz darauf klingelt das Telefon, ein Mitarbeiter von Movinga ruft an und fragt, wie er mir helfen könnte. Ist das Service oder müssen die dringend Aufträge reinholen? Egal, er ist sehr freundlich und hat Verständnis dafür, dass ich mich nicht durch 200 Eingabemasken quälen will. Ich darf ihm eine Aufstellung der Möbelstücke in beliebiger Form schicken und er erstellt ein Angebot. Für die Anzahl der Kisten greift er auf einen "Erfahrungswert" von anderen Umzügen mit ähnlicher Personenzahl und Wohnfläche zurück. Das klingt erstmal alles sehr gut, ich bin gespannt.
b) Bei den Antworten der Kleinanzeigen-Anbieter muss ich oft schmunzeln, manchmal lachen und auch mal direkt "Entf" drücken. Bis heute haben einige überhaupt nicht geantwortet. Hier und da kam auch direkt zurück: "LKW und 3 Leute 90,-€/Stunde bar" - ohne überhaupt einen Firmennamen oder weitere Informationen. Ab in den Papierkorb - das kann bei einem Umzug eines Studizimmers passen, für ein ganzes Haus reicht es mir leider nicht als Kalkulationsgrundlage. Noch dazu bin ich - wie wohl alle Juristen - sehr sensibel für Vertragsdetails und so ganz ohne geht es ja nun gar nicht. Ein regionales kleines Unternehmen schafft es allerdings, im Rennen zu bleiben. Hier läuft fast alles über What's App, ich schicke Fotos der Zufahrt, des Eingangs und aller Möbelstücke und soll schon nach 2 Tagen ein Angebot per Email erhalten.
c) Bei den Branchenriesen reagiert eins von zwei angeschriebenen Unternehmen mit einem prompten Anruf: Die Vertriebsbeauftragte möchte vorbeikommen und sich persönlich ein Bild machen und mich beraten. Ich vereinbare einen Termin für die kommende Woche.
Schritt 3 folgt :)
Das können und wollen wir heute niemandem mehr antun - ja, wir sind langsam in einem Alter, wo man auch mal "Rücken" hat - wie der Badener so schön sagt. Also soll ein professionelles Umzugsunternehmen her. Doch das stellt sich als einfacher gesagt als getan heraus.Schritt 1:
a) Ich frage Dr. Google. Der schlägt mir diverse Vermittlungsplattformen vor. Ok, kann man ja mal ausprobieren - klick.
b) parallel starte ich eine Suche bei ebay-Kleinanzeigen - sowohl am Start- wie auch am Zielort. Das ergibt einige mehr oder weniger aussagekräftige Ergebnisse. Eine nette Nachricht mit den gröbsten Eckdaten ist schnell geschrieben - mal abwarten, was an Antworten kommt.
c) Natürlich dürfen auch die Branchenriesen nicht fehlen (wobei ich zu dem Zeitpunkt noch davon ausgehe, dass diese über die Vermittlungsportale mit abgedeckt werden, ähnlich wie bei anderen Vergleichsportalen wie verivox o.ä.). Auch hier geht meine Nachricht per Email raus.
Schritt 2:
a) Ich lande bei Movinga.de - nach eigenen Aussagen "mehr als nur ein Umzug" und mit über 20.000 durchgeführten Umzügen ein großer Player. Als erstes soll ich bitte alle Möbelstücke erfassen bzw. aus einer Liste auswählen, dann noch die genaue Anzahl der Kartons angeben. Uff - ich bin erstmal platt und breche nach der ersten Eingabemaske mit Start- und Zieladresse ab. Wie soll man denn bitte 3 Monate vor dem Umzug die genaue Anzahl an Kartons wissen oder auch nur schätzen? Kurz darauf klingelt das Telefon, ein Mitarbeiter von Movinga ruft an und fragt, wie er mir helfen könnte. Ist das Service oder müssen die dringend Aufträge reinholen? Egal, er ist sehr freundlich und hat Verständnis dafür, dass ich mich nicht durch 200 Eingabemasken quälen will. Ich darf ihm eine Aufstellung der Möbelstücke in beliebiger Form schicken und er erstellt ein Angebot. Für die Anzahl der Kisten greift er auf einen "Erfahrungswert" von anderen Umzügen mit ähnlicher Personenzahl und Wohnfläche zurück. Das klingt erstmal alles sehr gut, ich bin gespannt.
b) Bei den Antworten der Kleinanzeigen-Anbieter muss ich oft schmunzeln, manchmal lachen und auch mal direkt "Entf" drücken. Bis heute haben einige überhaupt nicht geantwortet. Hier und da kam auch direkt zurück: "LKW und 3 Leute 90,-€/Stunde bar" - ohne überhaupt einen Firmennamen oder weitere Informationen. Ab in den Papierkorb - das kann bei einem Umzug eines Studizimmers passen, für ein ganzes Haus reicht es mir leider nicht als Kalkulationsgrundlage. Noch dazu bin ich - wie wohl alle Juristen - sehr sensibel für Vertragsdetails und so ganz ohne geht es ja nun gar nicht. Ein regionales kleines Unternehmen schafft es allerdings, im Rennen zu bleiben. Hier läuft fast alles über What's App, ich schicke Fotos der Zufahrt, des Eingangs und aller Möbelstücke und soll schon nach 2 Tagen ein Angebot per Email erhalten.
c) Bei den Branchenriesen reagiert eins von zwei angeschriebenen Unternehmen mit einem prompten Anruf: Die Vertriebsbeauftragte möchte vorbeikommen und sich persönlich ein Bild machen und mich beraten. Ich vereinbare einen Termin für die kommende Woche.
Schritt 3 folgt :)
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